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  • Elena Simon

20. Orgelsommer Michaelskirche WN

Aktualisiert: 14. Sept.

Seit 20 Jahren füllt nun schon KMD Immanuel Rößler das alljährliche Sommerloch mit vielfältigen Veranstaltungen auf der Walcker/Mühleisenorgel. Ein Konzert der besonderen Art war das Orgelkonzert am vergangenen Sonntag. Gleich 4 Uraufführungen, dargeboten von der 26-jährigen Studentin Mirjam Haag aus Stetten, das haben die begeisterten Zuhörer so noch nie genießen dürfen.

Aber der Reihe nach. BWV 542 entstand im beschaulichen Köthen, als J. S. Bach auf der Höhe der Beherrschung seines wichtigsten Instrumentes stand. Zur leidenschaftlichen Fantasie gesellte sich eine prachtvolle Fuge mit brillanter Leuchtkraft, eine ideale Eröffnung eines Orgelabends.

Mirjam Haag absolviert zur Zeit ihr Lehramtsstudium in den Fächern Mathematik und Musik. So ganz nebenbei hat sie dieses Jahr ein Erasmus-Semester im niederländischen Groningen eingeschoben. Der international renommierte Professor Sietze de Vries ist besonders bekannt für seine Orgel-Improvisationen in unterschiedlichen Stilrichtungen. Und gleich 3 Versuchen, die erworbenen Kenntnisse zu präsentieren, lauschten die vielen begeisterten Zuhörer.

Von Barock bis Jazz-ein weiter Schritt, so lautete der Untertitel des Konzertabends. Jazz-Improvisation auf der Kirchenorgel, eine eher seltene Zutat. In ihren kurzen informativen Kommentaren von der Orgelempore stellte Mirjam Haag gleich eine Höraufgabe, wie wohl das improvisierte Thema lautete. In ihrer Impro im romantischen Stil nahm sie sich dann die Sonate mit ihren Haupt-und Seitenthemen vor. „Jesu, meine Freude“, diesen Choral schmückte sie in einer Barock-Partita mit einer diffizilen Variationsreihe, mit der die junge Organistin die Herzen der andächtigen Zuhörer eroberte.

Weil ein Orgelkonzert auch eine gottesdienstliche Veranstaltung ist, beschloss sie ihren Vortrag mit César Francks „Prière“, einem „Gebet“ des französischen Komponisten. Und da jedes Konzert auch nach einer Zugabe fragt, fügte die Studentin noch eine weitere Uraufführung (in Deutschland) bei, nämlich die Toccata Latina des jungen latein-amerikanischen Organisten Leisbert Moreno, den Mirjam Haag bei einem Aufenthalt in Rom kennen gelernt hat.


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